Der Philosoph der Comedy — sprachlicher Anarchist und Gesellschaftskritiker
| Geboren | 12. Mai 1937, Manhattan, New York |
| Gestorben | 22. Juni 2008, Santa Monica, Kalifornien |
| Aktiv | 1956–2008 |
| Bekannt für | "Seven Words You Can't Say on Television" |
| Grammy Awards | 5 Grammy Awards für Comedy-Alben |
George Carlin begann seine Karriere als braver Mainstream-Comedian im Anzug — und erfand sich Ende der 1960er komplett neu. Er ließ den Anzug fallen, ließ das Haar wachsen und begann, das zu tun, womit er unsterblich werden sollte: die amerikanische Gesellschaft, Sprache und Politik auseinanderzunehmen wie ein Uhrmacher.
Sein 1972 erschienenes Album "FM & AM" markiert den Bruch. Der alte Carlin war weg, der Philosoph mit dem Mikrofon war gekommen.
Was Carlin von allen anderen unterschied, war seine Obsession mit Sprache. Er sah in der Art, wie Menschen sprechen, wie Institutionen sich ausdrücken, wie Politiker reden, die tiefsten Lügen der Gesellschaft.
Sein berühmtes "Seven Words You Can't Say on Television" von 1972 wurde vor dem Supreme Court verhandelt und definierte die Grenzen der Redefreiheit im amerikanischen Rundfunk neu. Aber Carlin war nie nur provokativ — er hatte immer ein Argument, eine Beobachtung, eine Einsicht dahinter.
Viele Comedians werden mit dem Alter zahmer. Carlin wurde radikaler. Seine HBO-Specials der 1990er und 2000er — "Back in Town", "You Are All Diseased", "Life Is Worth Losing" — sind die pessimistischsten, kompromisslosesten Arbeiten seiner Karriere.
Er mochte die Menschheit nicht mehr sonderlich, und er sagte es direkt. Und das Publikum liebte ihn dafür. Dave Chappelle, Jerry Seinfeld, Louis C.K. — alle nennen Carlin als primären Einfluss.
George Carlin starb 2008 an Herzversagen, wenige Monate nachdem er den Mark Twain Prize for American Humor erhalten hatte — die höchste Auszeichnung für Humor in den USA.
Er hinterließ 14 HBO-Specials, mehr als irgendein anderer Comedian, und ein Werk, das so eng mit der amerikanischen Sprachkritik verwoben ist, dass es in Universitäten unterrichtet wird. Seine YouTube-Clips haben hunderte Millionen Aufrufe — sein Einfluss wächst noch heute.
Think of how stupid the average person is, and realize half of them are stupider than that.
— George Carlin
| Titel | Plattform | Beschreibung |
|---|---|---|
| Jammin' in New York | HBO | 1992 — Carlin auf absolutem Höhepunkt |
| You Are All Diseased | HBO | 1999 — Bitterste und lustigste Gesellschaftskritik |
| Life Is Worth Losing | HBO | 2005 — Sein dunklestes, vielleicht bestes Special |
| It's Bad for Ya | HBO | 2008 — Letztes Special, kurz vor seinem Tod |
Think of how stupid the average person is, and realize half of them are stupider than that.
The reason they call it the American Dream is because you have to be asleep to believe it.
Inside every cynical person, there is a disappointed idealist.