Der ehrlichste Vater der Comedy — und ihr kompliziertester Fall
| Geboren | 12. September 1967, Washington, D.C. |
| Aktiv | 1984–heute |
| Bekannt für | Louie (FX), Hilarious, Oh My God |
| Kontroverse | 2017 — MeToo-Enthüllungen, öffentliche Entschuldigung |
| Comeback | 2019–heute — Neue Specials und Tourneen |
Louis C.K. begann mit 17 Jahren auf Open-Mic-Bühnen in Boston. Jahrzehntelange Arbeit — Schreiben für Conan O'Brien, kleine Rollen, immer wieder zurück auf die Bühne — formte einen Comedian, der bis 2017 als der Beste seiner Generation galt.
Sein FX-Programm "Louie" (2010–2015) veränderte das amerikanische Fernsehen: Semi-autobiografisch, formal experimentell, manchmal lustig, manchmal herzzerreißend — keine andere Show sah so aus oder klang so.
Was Louis C.K. auf der Bühne machte, war radikal ehrlich sein über sich selbst — seine Faulheit, seine Fehler als Vater, seine Selbstsucht, seine Schande. Diese Selbstkritik war sein größtes Kapital.
Specials wie "Hilarious" und "Oh My God" zeigten einen Comedian auf absolutem Höhepunkt: die Fähigkeit, aus dem Persönlichsten das Universelle zu machen, aus dem Beschämenden das Komische. Chris Rock nannte ihn "den besten Comedian, der gerade arbeitet".
Im November 2017 bestätigte Louis C.K. die Vorwürfe mehrerer Frauen, die ihm sexuelles Fehlverhalten vorwarfen. Netflix strichernte ein fertiges Special, FX beendete die Zusammenarbeit, alle Projekte wurden eingestellt.
Es war der schnellste und vollständigste Absturz in der Geschichte des amerikanischen Show-Business. Er verschwand zwei Jahre von der Bildfläche — und begann dann, wie er angekündigt hatte, wieder auf die Bühne zu gehen.
Ab 2019 begann Louis C.K. wieder aufzutreten — zunächst still in kleinen Clubs, dann größere Venues, neue Specials. "Sincerely Louis C.K." (2020) gewann den Grammy für das beste Comedy-Album.
Sein Comeback polarisiert: Für manche ist er rehabilitiert, für andere nicht. Die Frage, ob und wie man ein Werk von der Person trennen kann, die es geschaffen hat, ist am Beispiel Louis C.K. so scharf formuliert wie nirgendwo sonst in der modernen Comedy.
I'm a lucky guy. I got a good life. I just also happen to be a complete loser.
— Louis C.K.
| Titel | Plattform | Beschreibung |
|---|---|---|
| Hilarious | Netflix | 2010 — Sein bestes Special, Grammy-nominiert |
| Oh My God | Netflix | 2013 — Auf absolutem Höhepunkt seiner Kräfte |
| Live at the Comedy Store | louie.com | 2015 — Direkt-to-Fan-Veröffentlichung |
| Sincerely Louis C.K. | louie.com | 2020 — Grammy-Gewinner, Comeback-Special |
I'm a lucky guy. I got a good life. I just also happen to be a complete loser.
The meal is not over when I'm full. The meal is over when I hate myself.
Everything is amazing and nobody is happy.