Der Anti-Comedian — der einzige Comedian, dem es egal war, ob es lustig ist
| Geboren | 17. Oktober 1959, Quebec City, Kanada |
| Gestorben | 14. September 2021, Los Angeles |
| Aktiv | 1987–2021 |
| Bekannt für | Weekend Update (SNL, 1993–1998) |
| Letztes Werk | Norm Macdonald: Nothing Special (Netflix, posthum 2022) |
Norm Macdonald wollte nie Schauspieler, Moderator oder Marke sein — er wollte Comedian sein. Das klingt banal, ist es aber nicht: In einer Industrie, die Comedians zu Entertainern formt, blieb Macdonald kompromisslos beim Kern der Sache.
Geboren in Quebec City, aufgewachsen in Ottawa, begann er Ende der 1980er auf kanadischen Comedy-Bühnen. Sein Stil war von Anfang an eigenwillig: langsamer als andere, weniger offensichtlich, mit einer Vorliebe für Strukturen, die Witze absichtlich zerlegten, bevor sie landeten.
Von 1993 bis 1998 moderierte Macdonald das Weekend Update bei Saturday Night Live. Es waren die berühmtesten Update-Jahre der Show — sein O.J.-Simpson-Material ist legendär, sein Timing unbestreitbar meisterhaft.
Dann wurde er gefeuert. Don Ohlmeyer, damaliger NBC-Chef und Freund von O.J. Simpson, ließ ihn rauswerfen. Macdonald kommentierte das öffentlich mit der Gelassenheit eines Mannes, dem die Meinung des Chefs aufrichtig egal war.
Macdonald erfand das, was Comedians heute als Anti-Comedy bezeichnen: Witze so zu erzählen, dass der Aufbau länger ist als sinnvoll, die Pointe absichtlich enttäuschend, das Publikum desorientiert — und dann, wenn niemand mehr damit rechnet, ein Moment purer Brillanz.
Sein berühmtester Witz ist der "Moth-Witz" — technisch ist er nicht lustig. In Macdonalds Händen ist er das Lustigste, was je auf einem Comedy-Festival passiert ist. Conan O'Brien nannte ihn den besten Comedian, der je gelebt hat.
Macdonald starb im September 2021 an Leukämie — eine Diagnose, die er neun Jahre lang vor der Öffentlichkeit geheim gehalten hatte. Kurz vor seinem Tod nahm er "Nothing Special" auf: ein einstündiges Stand-Up-Special, allein vor der Kamera, ohne Publikum.
Netflix veröffentlichte es 2022 posthum. Es ist sein Testament: ein Comedian, der bis zum Ende Comedian war, der nichts anderes wollte und nichts anderes hatte.
A joke is not a democracy. It's a dictatorship. The comedian decides what's funny.
— Norm Macdonald
| Titel | Plattform | Beschreibung |
|---|---|---|
| Nothing Special | Netflix | Posthum 2022 — Sein letztes Werk, ohne Publikum allein aufgenommen |
| Me Doing Stand-Up | Comedy Central | 2011 — Klassische Anti-Comedy in Reinform |
| Hitler's Dog, Gossip & Trickery | Netflix | 2017 — Chaos und Genie in gleichen Maßen |
| Norm Macdonald Has a Show | Netflix | Talk-Show-Format, der unkonventionellste Late-Night-Ableger |
A joke is not a democracy. It's a dictatorship.
The key to comedy is committing. Even if you're not funny, commit.
I find it fascinating that people think I'm anti-comedy. I'm pro-comedy. It's just that nothing's been funny yet.